Gilde

Die Tutzinger Gilde – eine kurze Vereinsgeschichte

img_4567.jpgTutzing ist berühmt für seine Tutzinger Fischerhochzeit – ein kleines, aber feines Historienspektakel, bei dem mittlerweile alle fünf Jahre die Hochzeit von zwei Nachkommen aus Hoffischerfamilien am (damaligen) Würmsee, dem Michael Gröber aus Tutzing und der Veronika Bierbichler aus Ambach, wie sie sich ca. 1812 zugetragen haben könnte, wieder aufgeführt wird. Nach 1929 und 1935 wurde diese Hochzeit 1953 zur 1200-Jahr-Feier von Tutzing wieder gefeiert. Kernstück jeder Fischerhochzeit sind Frauen und Männer in der historischen Tracht der Fischer, so wie sie im 19. Jahrhundert am Starnberger See getragen wurde.

Im Rahmen dieser Fischerhochzeit 1953 gab es die ersten Anfänge von Tutzingern, die die historische Tracht trugen, sich zu einem Verein, „der Fischergilde“ zusammenzuschließen. Der Bestandteil „Gilde“ im Vereinsnamen sollte die Verbindung zum  Berufsstand der Fischer zeigen. Doch leider blieb es bei diesen Anfängen.

1974 beschloss die Gemeinde, die Fischerhochzeit im Jahr darauf wieder aufzuführen. Im Zuge der Vorbesprechungen der Feierlichkeiten wurden immer wieder Rufe laut: „Die Gilde müßt´s halt noch geben“. Das nahm sich der damalige Erste Bürgermeister von Tutzing, Herr Dr. Alfred Leclaire, zu Herzen und lud alle interessierten Bürger Tutzings für den 13. Januar 1975 zur Neugründungsversammlung der Tutzinger Gilde in den Seehof ein. 44 Gründungsmitglieder beschlossen die Wiedererstehung der Gilde – einem Heimat- und Brauchtumsverein, der sich in seiner Satzung die Pflege der Tutzinger Fischertracht zur Aufgabe machte. In der Vorbemerkung zur ersten Satzung heißt es: „Wir Mitglieder der Tutzinger Gilde sind heimatliebende Bürger der Gemeinde Tutzing, die sich zusammengeschlossen haben, um unserer Heimatgemeinde bei festlichen Gelegenheiten nach außen hin durch unser gemeinsames Wirken und Auftreten Ansehen und Würde zu verleihen“.

Bereits zu Fronleichnam 1975 nahmen die Gildemitglieder in Tracht an der Prozession teil. Zur Fischerhochzeit wurde dann innerhalb der Gilde ein Volkstanzkreis ins Leben gerufen und der Fischertanz einstudiert. Im Gegensatz zu 1953 stand die Neugründung im Jahr 1975 unter einem guten Stern: die Gilde wuchs stetig, Kinder- und Jugendarbeit wird seitdem groß geschrieben, eine Vorderladerschützengruppe wurde ins Leben gerufen und eine Vereinsfahne angeschafft.

Seit Jahren ist die Gilde im Tutzinger Geschehen ein fester Bestandteil und repräsentiert ihren Heimatort auch weit über die Grenzen vom Starnberger See hinaus auf das Beste: So beim Münchner Oktoberfestumzug oder sogar in Taipeh auf der dortigen  „Wiesn“.

Die Tutzinger Gilde bemüht sich um den Erhalt des bodenständigen Musik- und Tanzgutes, der bayerischen Mundart, des althergebrachten Gewandes, der sog. „Fischertracht“ und die Pflege alter und überlieferter Bräuche. Die Tutzinger Gilde ist Mitglied in der Vereinigung historischer Trachten in Altbayern und  unterhält herzliche Freundschaften mit anderen Gruppierungen historischer Trachtenvereine.

Die Tutzinger Gilde ist aber gleichzeitig weltoffen und getreu der Aussage von Thomas Morus „Tradition ist nicht das Halten der Asche, sondern das Weitergeben der Flamme“ immer bemüht, auch neue Wege zu gehen und nicht nur an alten Zöpfen festzuhalten. So genügt mittlerweile Begeisterung an der Sache und echtes Interesse an unserer Tracht, um Gildenmitglied zu werden. 1975 mußte man für eine Aufnahme in die Gilde noch eine mindestens zehnjährige Ansässigkeit in Tutzing vorweisen.

 

Carola Falkner - 1. Vorstand

Carola Falkner – 1. Vorstand

Wie wird man Gilde-Mitglied? 

Ganz einfach! Hier den Antrag runterladen, ausdrucken, ausfüllen und dann per Post oder per E-Mail an die Gilde schicken. Über die Anträge entscheidet die Vorstandschaft.


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